Ein näherer Blick auf die Verringerung des Sturzrisikos: Teil 2

(Verringerung des Sturzrisikos) ist kein Problem der 65-Jährigen aufwärts mehr, sondern der 40-Jährigen aufwärts.

– Dr. Debbie Rose

Dies ist der zweite Teil eines zweiteiligen Einblicks in die Verringerung des Sturzrisikos mit Dr. Debbie Rose, einer Professorin an der California State University in Fullerton, einer Fachfrau auf dem Gebiet. Erfahren Sie mehr über den Zyklus des Fallens und weitere Details in Ein näherer Blick auf die Verringerung des Sturzrisikos: Teil 1.

 

Die qualitativen Aspekte von Senioren im Alter von 65 aufwärts sind zwingend genug, um diesem wachsenden Sektor mehr Aufmerksamkeit und Betreuung zukommen zu lassen. Die Zahlenwerte der CDC sind ebenfalls gewaltig:

  • Einer von fünf Stürzen verursacht eine schwere Verletzung wie Knochenbrüche oder eine Kopfverletzung1,2
  • Jedes Jahr werden 2,5 Millionen ältere Leute in Notaufnahmen wegen Sturzverletzungen behandelt3
  • Mehr als 700.000 Patienten pro Jahr kommen wegen einer Sturzverletzung ins Krankenhaus, meist wegen einer Kopfverletzung oder Hüftfraktur4
  • Jedes Jahr kommen mindestens 250.000 ältere Menschen wegen Hüftfrakturen ins Krankenhaus5
  • Mehr als 95 Prozent der Hüftfrakturen entstehen durch Hinfallen,6 meist durch Seitwärtsfallen7
  • Stürze sind die häufigste Ursache für traumatische Gehirnverletzungen (TBI)8
  • Inflationsbereinigt belaufen sich die direkten medizinischen Kosten für Sturzverletzungen auf über 30 Milliarden Euro pro Jahr.9 Krankenhauskosten haben dabei einen Anteil von zwei Dritteln.

Was tun wir also dagegen?

„Einige Einrichtungen leisten hervorragende Arbeit, doch die Probleme sind verschieden gelagert“, sagt Dr. Rose. „Krankenhäuser bieten eine kurzzeitige Interaktion mit Patienten, die in eine fremde Umgebung kommen, mit der sie nicht vertraut sind, in akuter medizinischer Notlage, auf sedierenden Medikamenten, was das Sturzrisiko erhöht.“

Die Bevölkerung im Allgemeinen denkt zwar, das Leben als Senior ist immer gleich – ist es aber bei weitem nicht. Unabhängiges Leben und betreutes Wohnen unterscheiden sich. Anbieter müssen die passende Bewertung und ein geeignetes Programm basierend auf den Fähigkeiten des Seniors zuordnen. Die gleiche Intervention ergibt bei verschiedenen Senioren nicht die gleichen Ergebnisse, behandelt man sie nur nach dem Alter. Der Bedarf an zielgerichteter Zuordnung und an einer Kombination der Strategien steigt. Wir müssen Stürzen durch einen Mehrfaktor-Ansatz begegnen können: Training, Medikationsverwaltung, häusliches Umfeld, vor Sturz schützende Verhaltensweisen usw. Je nach der Umgebung und der Höhe des Sturzrisikos sollten einige oder alle dieser Faktoren die Lösungen antreiben. 

death-rate-graph-500w

 

Was sind die Hindernisse?

Dr. Rose sagt von Einrichtungen: „Ich denke, es gibt eine ethische Verantwortung, für Betreuung zu sorgen,“ und fügt hinzu, dass die Herausforderungen, Personal mit passender Fertigkeit zu finden und vorzubereiten, ein Haupt-Hindernis ist, an dessen Überwindung sie arbeitet. Das Ziel ist die Konzeption effektiver Bewertungstools und ‑programme, mit denen sich Risikofaktoren identifizieren und die Risiken von Stürzen sowie die Probleme minimieren lassen, die zu schlechtem Gleichgewicht und wenig Mobilität führen. Idealerweise müssen diese Tools von qualifizierten Fachleuten genutzt werden. Bis Einrichtungen ihren Fokus weg von der Budgetzuweisung und dem Umsatz, hin auf die Patienten ausrichten, liegt die beste Sofortlösung, so glaubt es Dr. Rose, darin, Programme zur Verringerung von Sturzrisiken zu konzipieren, die auch von weniger erfahrenen Kräften sicher und effektiv umgesetzt werden können.

Wie überwinden wir einige dieser Herausforderungen?

Die Entwicklung von Produkten und Lösungen, die harmonieren, durch Programmierung ist eine enorme Hilfe für Trainingsspezialisten in dieser Branche.

„Das Key-System ist entscheidend“, sagt Dr. Rose über die SCIFIT Fit-Key-Software, mit der Experten …

  • angepasste Trainings erstellen
  • Kunden anleiten und maßgeschneiderte Trainingsprogramme verordnen
  • Daten erfassen und Berichte erstellen, in denen der Fortschritt dokumentiert wird
  • Trainierende motivieren und sie einbinden

Diese Vorteile arbeiten auch Hand in Hand mit den zwei Maximen von Dr. Rose, Bewertung fördert Programme und ein Produkt bedeutet nicht Programmierung. Das bedeutet, dass Produkte generell durch die Struktur erweitert werden, die aus der Programmierung entsteht. Mit der Fit-Key Software können Trainingsspezialisten manuell die Programmierung auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Kunden abstimmen und Programmierung so einsetzen, dass ihre Effektivität garantiert ist.

So wird auch der Herausforderung in Sachen Personal begegnet. Wird jemand zu einem bestimmten Programm geschult, muss es aber basierend auf den Bedürfnissen seines Kunden anpassen, lässt es sich innerhalb der Fit-Key Software anpassen, damit es besser zu den Anforderungen des Kunden passt. Die Kernkomponenten des Programms bleiben unverändert, wobei der erfahrene Anbieter die kleinen Details anpassen kann, ohne die Effektivität des Programms zu gefährden, wobei weniger erfahrene Einzelpersonen weiterhin der Betreuungsanleitung folgen.

Als Katalysator für Veränderung empfiehlt Dr. Rose eine Lösung, die aus „den richtigen Tools, den richtigen Programmen und den richtigen Menschen“ besteht, „die diese Programme leiten“. Risikofakturen, die zu Stürzen beitragen, sollten frühzeitig erkannt werden.

„Es ist kein Problem der 65-Jährigen aufwärts mehr, sondern der 40-Jährigen aufwärts“, erklärt Rose.

Durch Folgebewertungen sollten Risiken identifiziert und priorisiert werden, die sich eliminieren lassen. So entsteht ein klareres Bild interner und externer Faktoren, die der Aufmerksamkeit bedürfen. Zusätzlich ist es wichtig, regelmäßig die Folgen und Vorfälle von Stürzen nachzuverfolgen.

 

 

Referenzen:
1.) Alexander BH, Rivara FP, Wolf ME. The cost and frequency of hospitalization for fall–related injuries in older adults. American Journal of Public Health 1992;82(7):1020-3.
2.) Sterling DA, O’Connor JA, Bonadies J. Geriatric falls: injury severity is high and disproportionate to mechanism. Journal of Trauma–Injury, Infection and Critical Care 2001;50(1):116–9.
3.) Centers for Disease Control and Prevention, National Center for Injury Prevention and Control. Web–based Injury Statistics Query and Reporting System (WISQARS) [online]. Abgerufen am 15. August 2013.
4.) National Hospital Discharge Survey (NHDS), National Center for Health Statistics. Health Data Interactive, Health Care Use and Expenditures. www.cdc.gov/nchs/hdi.htm. Abgerufen am 21. Dezember 2012.
5.) Parkkari J, Kannus P, Palvanen M, Natri A, Vainio J, Aho H, Vuori I, Järvinen M. Majority of hip fractures occur as a result of a fall and impact on the greater trochanter of the femur: a prospective controlled hip fracture study with 206 consecutive patients. Calcif Tissue Int, 1999;65:183–7.
6.) Hayes WC, Myers ER, Morris JN, Gerhart TN, Yett HS, Lipsitz LA. Impact near the hip dominates fracture risk in elderly nursing home residents who fall. Calcif Tissue Int 1993;52:192-198.
7.) Jager TE, Weiss HB, Coben JH, Pepe PE. Traumatic brain injuries evaluated in U.S. emergency departments, 1992–1994. Academic Emergency Medicine 2000&359;7(2):134–40.
8.) Stevens JA, Corso PS, Finkelstein EA, Miller TR. The costs of fatal and nonfatal falls among older adults. Injury Prevention 2006;12:290–5.
9.) Vellas BJ, Wayne SJ, Romero LJ, Baumgartner RN, Garry PJ. Fear of falling and restriction of mobility in elderly fallers. Age and Ageing 1997;26:189–193.